Erfahrungsbericht - Freiwilligenarbeit in Lateinamerika

zurück zum GLS Volunteering Programm

Name: Claudia Tumuscheit
Alter: 20
Aus: Pinneberg
Job: 9 Wochen Aufenthalt in Costa Rica, davon 5 Wochen Volunteering in Nationalparks
Kontakt: ClaudiT83@gmx.de

Claudias Eindrücke

Es war weder meine erste lange Zeit von zu Hause weg, noch das erste Mal außerhalb Europas. Es war aber meine erste Reise nach Amerika und es musste an vieles gedacht werden. Von Impfungen über Geld bis hin zum Geschenk für die Familie, in der ich während der Zeit in der Sprachschule wohnte, musste alles organisiert werden. Glücklicherweise nahm mir GLS eine Menge ab und ich bekam Informationen über aktuelle Krankheiten im Land sowie Hinweise beim Packen. Als wichtig empfand ich, ausreichend Kälte- und Regenschutz einzupacken.

Die Höhenunterschiede sind zum Teil enorm hoch und es fällt in der Regenzeit viel Niederschlag. Außerdem sollte an feste Schuhe für Wanderungen oder Ausflüge gedacht werden. Insektenschutz ist genau so ein Muss wie Sonnenschutz.

Zur Geldangelegenheit ist mein Tipp, ausreichend Travellercheques mit zu nehmen. Die sind versichert und können in jeder Bank eingelöst werden, nur sollte man sich über Öffnungszeiten informieren. Es gibt auch ausreichend Geldautomaten für Visa (plus) etc.

Überall auf der Welt kann etwas passieren. Seine persönlichen Sachen sollte man immer am Körper tragen und nicht mit einer teuren Digitalkamera um den Hals durch die Gassen der Hauptstadt laufen. Aufpassen muss man immer, man darf sich nur nicht verrückt machen!

Einen Monat in der Sprachschule

Nach 12 Stunden Flug und etlichen Kontrollen in den USA landete ich wohlbehalten in San Jose. "Juhu, endlich angekommen!" dachte ich, und doch noch die letzte Passkontrolle, als ich dann endlich das Flughafengebäude verlassen durfte und mich eine nette Dame mit meinem Namensschild abholte. Ich konnte gerade mal 10 Wörter Spanisch und sie wenig Englisch, aber irgendwie verstanden wir uns gleich gut und ich erfuhr, dass ungefähr 40 Minuten Fahrt nach Coronado, vor uns lagen.

>Dort durfte ich während meiner Schulzeit in einer Gastfamilie wohnen und die Schule war im selben Ort. Ich wurde herzlich von den Eltern und der 18-jährigen Tochter empfangen. Glücklicherweise sprach der Vater etwas Englisch.

Als ich am nächsten Morgen zur Schule gebracht wurde, erblickte ich ein kleines Gebäude in einem wunderschönem Garten. Das familiäre Flair sowie die kleinen Klassen gefielen mir sehr. Das Internet konnte auch frei genutzt werden und so dauerte das Eingewöhnen nicht lange.

Im Unterricht erfuhren wir einiges über Sitten und Kultur Costa Ricas. Der Tanzkurs versprach Salsa sowie Merengue und beim Kochkurs bereiteten wir das Nationalgericht Arroz con Fricoles(Reis mit Bohnen) zu.

Für die Freizeitgestaltung bot die Schule viele Möglichkeiten. Ob nun der Besuch einer Caféplantage oder der Ausflug zum Vulkan Poas, es wurde nie langweilig. An den Wochenenden taten sich meistens Schülergruppen aus der Schule zusammen und man fuhr gemeinsam an die Pazifik- oder Karibikküste. Gleich nach der Schule ging es los und eine Cabina zum übernachten wurde vor Ort gesucht. Dann hieß es nur noch relaxen und bräunen am "playa" sowie wunderschöne National Parks besuchen.

Das Reisen in Costa Rica ist immer eine Freude. Die Busse sind pünktlich und wenn man mal nicht genau weiß, welcher Bus nun der Richtige ist, sind die Ticos immer sehr hilfsbereit und geben gerne Auskunft. Ich bin zwar alleine in dieses Land gekommen, ich war aber nie alleine. Ob in der Schule oder in Bussen, überall befinden sich andere Alleinreisende und man findet sich schnell zusammen um gemeinsam zu reisen. So trifft man Menschen aus aller Welt und kann sehr interessante Gespräche führen.

5 Wochen Volunteering

Nachdem ich Sprachgrundkenntnisse in der Schule sowie in der Familie aufgebaut hatte ging es nun in das Naturreservat Cabo Blanco zum arbeiten.

Das älteste Naturschutzgebiet des Landes befindet sich am südlichsten Zipfel der Halbinsel Nicoya an der Pazifikküste. Dort war ich für fünf Wochen eingeplant, doch bald merkte ich, dass man sehr schnell alles gesehen und erlebt hat. Ich traf auf andere Volunteers, die von anderen Parks berichteten, in denen sie schon gearbeitet haben. Ich wollte auch noch etwas anderes erleben und deshalb wechselte ich nach zwei Wochen zum Vulkan Tenorio.

Dies war ein ziemlicher Kontrast, da in Cabo Blanco ein sehr trockenes heißes Klima herrschte, der National Park Vulkan Tenorio im Gegensatz ein Regenwaldgebiet ist. In Cabo Blanco erledigte ich leichte Arbeiten wie, die Informationsanlage für die Touristen sauber halten oder an Touristen freien Tagen Kontrollgänge machen. Für mein Spanisch war es allerdings nicht weiterbringend, da ich auf internationale Volunteers traf, mit denen entweder englisch oder deutsch geredet wurde. Wir hatten viel Spaß, gemeinsam schaffte man jede Aufgabe und erfuhr gleichzeitig noch etwas über die andere Nationalität.

Dies alles änderte sich dann, als ich in den anderen Park wechselte. Dort war ich nur für einige Tage mit einer Gruppe Engländern zusammen, doch dann war ich alleine und ich sprach mit den Funktionären in dem Park nur spanisch. Das war eine tolle Erfahrung und ich lernte jeden Tag dazu. Dort half ich unter anderem mit, im Wald mit den Insektenexperten nach neuen Spezies zu suchen oder im Observatorium Mückenlarven zu beobachten.

Resümee

Zusammenfassend kann ich von mir sagen, dass ich unglaublich interessante Erfahrungen gesammelt habe und Menschen aus aller Welt kennen gelernt habe. Gerade für mein Spanisch hat es mir sehr viel gebracht, besonders im National Park Vulkan Tenorio. Das ist auch mein Tipp: Wer wirklich Spanisch lernen bzw. verbessern möchte, der sollte weder Deutsch noch Englisch in der Zeit sprechen. Das bringt einfach am meisten und die Ticos wiederholen gerne einen Satz der nicht verstanden wurde oder erklären eine unbekannte Vokabel! Ansonsten sollte man in das Land mit nicht zu vielen Erwartungen anreisen und offen für andere Lebensformen wie für andere Mentalitäten sein. Genauso wichtig ist der Respekt vor anderen Verhaltensweisen.

Für mich waren die wunderschönen Naturparks, die von den einheimischen respektvoll geschützt werden, sehr faszinierend. Diese unglaubliche Artenvielfalt, die ohne Gitterstäbe bestaunt werden kann hat mich sehr erfreut. Ich habe viel mehr Respekt vor der Natur entwickelt. Außerdem habe ich noch mehr eingesehen, dass das alles erhalten werden muss, damit es von den nächsten Generationen bewundert werden kann!

X Close Window