| Erfahrungsbericht - Volunteering in Australien | ||||||
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Christianes EindrückeWährend meiner ersten sechs Wochen, in denen ich in Sydney eine Sprachschule besucht habe, habe ich in einer australischen Familie gewohnt. Die Familie bestand aus einem Ehepaar und einem erwachsenen Sohn, der hin und wieder mal zu Besuch kam. Außerdem gab es noch zwei weitere Studenten, einen Spanier und einen Schweizer aus dem französischen Teil der Schweiz. Das war schon eine bunte und interessante Mischung und wir hatten viel Spaß zusammen. Ich wurde in der Familie sehr herzlich aufgenommen und habe mich schon nach kurzer Zeit wie zu Hause gefühlt. Neben einem gemeinsamen Frühstück hat sich die ganze "Familie" dann jeden Abend zum Dinner getroffen. Dort saßen wir meist sehr lange zusammen und haben über das geredet, was wir tagsüber so alles erlebt haben. Außerdem war dies auch immer eine gute Gelegenheit, von den Gasteltern mehr über Sydney und Australien zu erfahren und eventuell die nächsten Unternehmungen zu planen. Durch das Leben in und mit dieser Familie, habe ich eine Menge über die Lebensweise der Australier erfahren. Allgemein kann man sagen, dass es sehr "europäisch" ist, wenn man mal von Kleinigkeiten absieht, an die man sich aber schnell gewöhnt Sydney ist eine überwältigende Stadt. Der eigentliche Stadtkern mit den hohen Bürogebäuden und Einkaufscentern ist gar nicht unbedingt so groß und man findet sich innerhalb kürzester Zeit gut zurecht. Allerdings gibt es unendlich viele Vororte und selbst die Taxifahrer haben damit so ihre Probleme. Da meine Familie in einem Vorort wohnte, habe ich auch hin und wieder ein Taxi genommen und ich habe es nie erlebt, dass der Fahrer den Weg auf Anhieb wusste. Es ist also ratsam, dass man selber zumindest in etwa Bescheid weiß wo es lang geht und ihn lotsen kann. Langweilig wird es einem in Sydney nie und wenn doch, dann geht man einfach an einen der zahlreichen Strände, trifft sich dort mit Freunden und veranstaltet ein Barbecue. Hat man vom Großstadtlärm einmal genug, braucht man nur in einen der vielen Parks zu gehen, die es in ganz Sydney gibt. Dort kann man wunderbar entspannen und sich die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt anschauen, z. B. die Fledermäuse, die tagsüber im Royal Botanic Garten wie Früchte von den Bäumen herunterhängen. Es ist schwierig eine Stadt wie Sydney in wenigen Worten zu beschreiben, aber was mich am meisten fasziniert hat war der sogenannte Bridgeclimb über die berühmte Harbour Bridge. In kleinen Gruppen erklimmt man die Brücke und läuft bis zum höchsten Punkt. Der Ausblick ist einfach unbeschreiblich und man sollte es auf jeden Fall bei Nacht machen, am besten noch während des Sonnenuntergangs bzw. -aufgangs. Vormittags habe ich in Sydney das Access Language Center, eine Sprachschule, besucht und dort einen Kurs in Business English gemacht. Das hat sehr viel Spaß gemacht, die Lehrer waren nett, es gab angenehm kleine Lerngruppen und ich habe eine Menge neuer Leute aus der ganzen Welt kennen gelernt. Nach der Schule oder am Wochenende gab es öfter Exkursionen, an denen man teilnehmen konnte. Das war eine gute Gelegenheit, um auch die nähere Umgebung von Sydney mal ein bisschen kennenzulernen. So haben wir z. B. einmal einen Ausflug ins Hunter Valley - eine bekannte Weinbauregion - gemacht, und hatten Gelegenheit Australische Weine zu kosten. Die Schule war auch während meiner ganzen Zeit in Australien immer eine gute Anlaufstelle, wenn ich irgendwelche Fragen hatte. Man konnte mit jedem Problem zu den Mitarbeitern dort gehen und sie wussten immer Rat. Während der zweiten Hälfte meines Aufenthaltes in Australien habe ich bei einer Naturschutzorganisation gearbeitet, den Conservation Volunteers Australia (CVA). Meine Basis war in Wagga Wagga, einer kleineren Stadt etwa 1.000 km westlich von Sydney. Dort hatte die Organisation ein kleines Häuschen, in dem wir die Wochenenden verbracht haben und uns auf das Projekt der jeweils kommenden Woche vorbereitet haben. Das Team hat meistens von Woche zu Woche gewechselt. Es kamen neue Leute hinzu, andere sind gegangen. Meistens waren es zwischen vier und acht Leuten, wobei immer etwa zur Hälfte Australier waren. Die Projekte waren sehr unterschiedlich. Wir haben teilweise mitten im Busch gearbeitet und dort dann auch gelebt, d. h. dass wir dort gezeltet haben und alles, was wir zum Leben brauchten inkl. Wasser mitgenommen haben. Die Aufgabe besteht oft im "Weeding", das bedeutet, dass man Pflanzen vernichtet, die nicht Australischen Ursprungs sind. Dadurch wird der Busch wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt und ist somit z. B. wesentlich resistenter gegen Buschfeuer. Dann haben wir auch einmal direkt im Zoo von Wagga Wagga gearbeitet und haben dort Gehege für Tiere gebaut. In meiner letzten Woche haben wir in einem alten Ranger-Haus mitten in einem Nationalpark gewohnt und haben dort in den "Wetlands" gearbeitet. Das war eine wunderschöne Landschaft und wieder einmal ein kompletter Gegensatz zur Woche davor. Die Projekte dauern in der Regel immer nur eine Woche und sind meist sehr unterschiedlich, sowohl von der Arbeit und der Unterkunft als auch von der Landschaft. Die Arbeit geht vom Bäume pflanzen über Weeding bis hin zu Tierschutz, was z. B. im Bau und Unterhalt von Zäunen oder Ähnlichem bestehen kann. Wenn man also ein bisschen Flexibilität mitbringt, keine Angst vor Tieren wie Spinnen oder Schlangen hat und gerne neue Leute aus der ganzen Welt kennen lernt, kann man mit CVA eine aufregende und eindrucksvolle Zeit erleben! Außerdem war es für mich die absolut beste Möglichkeit mein Englisch wirklich zu veressern, denn mir ist in den ganzen sechs Wochen mit CVA kein einziger Deutscher über den Weg gelaufen. Die Australier an sich habe ich immer als sehr freundlich und hilfsbereit erlebt. Sowohl in Sydney als auch im Outback mit CVA. Mir ist es in Sydney oft passiert, dass sofort jemand Hilfe angeboten hat, sobald ich meinen Stadtplan aus der Tasche geholt hatte und den richtigen Weg suchen wollte. Die Australier, mit denen ich bei CVA zusammengearbeitet habe, waren immer sehr interessiert an uns "Nicht-Australiern" und es gab somit immer viel zu erzählen und zu erfahren. Einmal waren wir sogar in der Zeitung, denn die Leute waren so beeindruckt davon, dass wir bis ans andere Ende der Welt reisen, um dort im Outback zu arbeiten, dass sie extra einen Journalisten zu uns in den Busch geschickt haben um Fotos zu machen und uns zu interviewen. |
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